Vom "einrenken"...
Begriffklärung – was steckt dahinter?
„Ich glaub du musst ihn mal wieder einrenken“ – das ist ein Satz, den sicher viele Kollegen häufig hören. Man malt sich ein Bild aus, wie ein Wirbel aus der üblichen Formation der Wirbelsäule ausgebüxt ist und mit einer gezielten Manipulation wieder in Position gebracht. Lasst uns dieses Thema intensiver beleuchten.
Sollte tatsächlich der Fall eintreten, das etwas „ausgerenkt“ ist, ist das ein Fall für den Tierarzt nicht für den Therapeuten. Denn damit etwas aus seiner gelenkigen Struktur entwischt, bedarf es rohe Kräfte, die nur mit erheblichen Schäden einhergehen.
Lautes Knacken beim Behandeln weißt nicht auf eine Revision der Struktur hin, sondern auf in der Gelenksflüssigkeit platzende Gasbläschen. Dieser Effekt entstehen durch den starken Druckaufbau und -abfall bei der Manipulation.
An dieser Stelle sei gesagt, dass derartige Manipulationstechniken nur von kurzfristigem Erfolg gekrönt sind, sowie im schlimmsten Fall bei unsachgemäßer Durchführung oder Anamnese auch Schaden an Nervenbahnen oder Blutgefäßen (besonders im Halswirbelbereich) anrichten können. Keinesfalls sollte man derartige Techniken zu häufig anwenden.
Wie erklärt sich aber die schlagartige Verbesserung die oft zu sehen ist? Durch die Behandlung und Aufmerksamkeit die der Therapeut einer Körperregion oder im Kontext auch mehreren Strukturen gibt, verändert sich die Wahrnehmung des Nervensystems. Somit bildet sich auch das Schmerzempfinden sowie die Körperspannung anders ab, als vor dem Ereignis.
Am Ende wurde nicht die Struktur an sich korrigiert, sondern nur die Wahrnehmung dessen. Der langfristige Erfolg bleibt aus.
Wie kann´s dennoch gehen?
Veränderungen in Struktur und Wahrnehmung brauchen Wissen, Zeit, Zuwendung und vor allem Training. Und dabei herrscht eine Proportionalität zwischen der Dauer des Problems und der Korrektur. Je länger ein Problem besteht, desto länger dauert die Heilung.